LIN MAY SAEED

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Befreiung der Tiere aus den Käfigen IV, 2008
Karton, Transparentpapier bemalt und beleuchtet

 

Courtesy Jacky Strenz Frankfurt/Main

Nicolas Krupp, Basel


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Lin May Saeed’s Motivwahl umfasst Panther, Löwin mit Rehkitz, Affen oder auch Nutztiere – im Fokus ihrer Arbeiten stehen der Appell, das Recht der Tiere auf ein selbstbestimmtes Leben uneingeschränkt zu respektieren, und damit zugleich das Verhältnis zwischen Mensch und Tier als solches. Lin May Saeed plädiert für eine Revision dieses Verhältnisses, das sich heute wohl mehr denn je auszeichnet durch unseren Nutzungsanspruch gegenüber Tieren. Der Künstlerin geht es um die bedingungslose Anerkennung der Würde des Tieres, um seine Befreiung aus den Käfigen.Seit Menschen sesshaft wurden und begannen, Pflanzen anzubauen und Tiere zu Haus-, Nutz- und Arbeitstieren heranzuzüchten, ist das Mensch-Tier-Verhältnis geprägt durch die biblische Vorstellung, der Mensch als die Krone der Schöpfung sei der Herr über die Tiere. Diese Sicht verstellt jedoch den Blick darauf, dass der Mensch ohne tierische Partner nie zu dem hätte werden können, was er heute ist. So liegt denn auch die eigentliche geschichtliche Konstante in der Abhängigkeit des Menschen vom Tier.

Lin May Saeed ist zum einen eine engagierte Aktivistin im Sinne des Tierwohls, zum anderen schafft sie überaus poetische Werke – Styroporskulpturen und -reliefs, Scherenschnitte, Stahlarbeiten, Zeichnungen – und ermöglicht dadurch auf künstlerischer Ebene stellvertretende Begegnungen zwischen Mensch und Tier, die im Zeichen der Ebenbürtigkeit stattfinden – bestes Beispiel hierfür ist Kofi, eine eigens für den  Merkelpark im Kontext von GOOD SPACE geschaffene hybride Bronzeskulptur, die drei Urwesen in sich vereint.

 


 

A panther, a lioness with fawn, monkeys, and so-called production animals: Lin May Saeed’s focus is on animals, on the call for unrestricted respect for the right of animals to a life of self-determination, and on the relationship between humans and animals in general. Lin May Saeed advocates a revision of this relationship which, today more than ever, is characterised by an assertion of the right to use animals. She is concerned with an unconditional positive valuation, with the liberation of animals from cages. After humans established settlements and began to cultivate crops, to domesticate animals and thereby to create animals for the household and workplace, the relationship between humans and animals became defined by the notion that humans are the crown of creation and animals are accordingly lower life forms. This perspective, however, obscures the insight that without animal partners, human beings could never have become that which they are today. Because the actual constant is the fact that people are dependent on animals.

From one point of view, Lin May Saeed is an activist; from a second standpoint, she creates —through quite poetical sculptures and reliefs made out of styrofoam as well as through silhouettes, works in steel or graphic works — substitute, artistically motivated encounters between humans and animals which establish equality on a receptive level. For example, Kofi, a hybrid bronze sculpture consisting of three primal creatures and newly created for the Merkelpark in the context of GOOD SPACE, offers opportunities for encounters on an equal footing.

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