JULIKA RUDELIUS

Please scroll down for english version.

Julika Rudelius untersucht, fasziniert vom Verhalten der Menschen in ihrer Umgebung, soziale Machtstrukturen und fordert bestehende Hierarchien heraus. Für ihre Film- und Videoarbeiten nimmt sie verschiedenste Rollen ein – Regisseurin, Interviewerin, Anstifterin, Ethnografin –, um ihr fremden Personen höchst persönliche Informationen zu entlocken. Dabei bewegt sie sich zwischen soziologischer Manipulation und realistischer Porträtierung, zwischen Dokumentation und Fiktion.

Die ausgestellte Videoarbeit The only reason that… entstand während eines Aufenthalts in Los Angeles, wo sie neben einem Drogendealer und einer Methadonklinik wohnte. Da sie bei ihrer Arbeit auf Fremde zuzugehen gewohnt ist, fiel ihr schnell auf, dass die einzig sichtbaren Menschen in ihrer dortigen Umgebung entweder Obdachlose sind, die auf den Bürgersteigen in Zelten leben, oder Drogenkonsumenten im Rauschzustand.

Betrachtet man die abgezäunten Baracken, die teuren Autos auf den Straßen und die provisorischen Unterkünfte auf den Gehwegen, wird schnell deutlich, dass es sich nicht allein um individuelle Schicksale dreht. Weil Wohnraum in LA spekulatives Kapital darstellt, genießen die Besitz- und Wohnungslosen keinen Schutz durch die Gesellschaft. Stattdessen sehen sie sich in die Gemeinschaft der Ausgeschlossenen gedrängt, wo Drogen, Gewalt und Missbrauch vorherrschen.

 


 

Fascinated by the behaviour of people in their surroundings, Julika Rudelius investigates social power structures and challenges existing hierarchies. In her film and video works, she takes on highly diverse roles — director, interviewer, instigator, ethnographer — in order to derive deep, personal information from persons who are foreign to her. In this manner, she moves between sociological manipulation and realistic portraiture, between documentation and fiction.

The exhibited video work The only reason that… was created during a stay in Los Angeles, when she lived alongside both a drug dealer and a methadone clinic. Since her manner of working involves approaching strangers, she was struck by the fact that in this district, the only persons to be seen are those who live homeless in tents on the sidewalks and/or experience their highs there.

Upon viewing the fenced-off shanties / fence-protected residences, the expensive cars on the streets and the provisional living quarters on the pavement, it quickly becomes clear that this is not a matter merely of the destinies of single individuals. Because living space was turned into speculative capital in LA, these persons cannot afford to be part of the urban and interpersonal structure of this society, which forces them into a society of outcasts exposed to drugs, violence and abuse.

FacebookTwitterGoogle+PinterestLinkedInShare


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *